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Fasern · Tierfasern

Superwash-Wolle (ausgerüstet)

Die bequeme Alltagswolle: maschinenwaschbar, weich und gleichmäßig, ohne Risiko zu verfilzen. Die Kehrseite ist, dass sie beim Waschen zum Wachsen und Längen neigt, deshalb muss man die Längen im Griff behalten.

Aus dem Italienischen übersetzt. Noch nicht von einer Strickerin oder einem Stricker mit deutscher Muttersprache gegengelesen.

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Merinoschaf
Merinoschaf

Geschichte

Es ist echte Wolle, die durch eine Ausrüstung waschbar gemacht wird, die Mitte des 20. Jahrhunderts entstand und in den 1960er- und 1970er-Jahren verfeinert wurde: Das Hercosett-Verfahren entfernt die Schuppen der Faser mit Chlor teilweise und überzieht sie mit einem dünnen Polymerharz. Daraus entstand die Generation der „machine washable“- und „Superwash“-Garne, heute Standard für Socken, Kinderkleidung und Alltagsstrick, oft auf Basis gekämmter Merinowolle.

Wie das Garn entsteht

Ausgangspunkt ist dieselbe geschorene und gekämmte Wolle wie immer, meist eine feine, gleichmäßige Merino. Die Faser wird dann kontinuierlich behandelt: ein oxidativer Schritt, der die Schuppen glättet, und das Auftragen eines Polymerfilms, der sie versiegelt. Das Ergebnis ist ein glatterer, gleichmäßigerer und etwas glänzenderer Faden als Rohwolle, der gut über die Nadeln gleitet.

Warum sie geschätzt wird

Sie verbindet die Wärme und Atmungsaktivität der Wolle mit der Bequemlichkeit der Maschinenwäsche. Da die Schuppen neutralisiert sind, verhaken sich die Fasern nicht mehr miteinander, das Kleidungsstück verfilzt also nicht, und die Farben bleiben brillant und klar: Sie ist die ideale Wahl, wenn Strapazierfähigkeit und einfache Pflege gefragt sind, von Socken bis zu Babykleidung.

Färben

Sehr gut, oft besser als unbehandelte Wolle. Das Keratin fixiert Säurefarbstoffe echt, und die glatte Oberfläche lässt die Farbe gleichmäßig eindringen: Die Töne werden satt, lebhaft und gleichmäßig, weshalb Superwash bei Handfärberinnen und Handfärbern für Farbverläufe und Semisolids die erste Wahl ist.

Pflege

In der Maschine im Woll- oder Schonprogramm waschbar, in kaltem Wasser mit Neutralwaschmittel. Sie verfilzt nicht, doch die versiegelte Oberfläche macht sie rutschig und anfällig fürs Nachgeben: Trockne sie immer liegend und hänge sie nicht nass auf, denn unter dem Gewicht des Wassers längt sie sich und geht nicht mehr zurück. Pilling bleibt gering, wenn der Faden eine mittlere Drehung hat.

Lebensende

Die Polymerbeschichtung und die Rückstände der Chlorbehandlung beeinträchtigen ihre biologische Abbaubarkeit und erschweren das mechanische Recycling im Vergleich zu Rohwolle. Sie bleibt eine Faser auf Proteinbasis, ist aber weniger „kreislauffähig“ als unbehandelte Wolle: Die nachhaltigste Wahl ist, sie lange zu nutzen.

Woran man sie erkennt

GriffWeich, warm und gleichmäßig, aber glatter und rutschiger als Rohwolle: Die Beschichtung dämpft die natürliche Reibung der Faser.
AussehenEtwas glänzender und gleichmäßiger als unbehandelte Wolle, mit weniger ausgeprägter Kräuselung (Crimp), weil der Faden verdichtet und versiegelt ist.
VerhaltenElastisch, aber mit etwas trägerer Rückstellung als rohe Merino: Unter Spannung oder im nassen Zustand gibt sie nach und längt sich; sie hält die Wärme gut.
BrennprobeTypisch für Protein wie jede Wolle: brennt langsam und erlischt von selbst, riecht nach verbranntem Haar und hinterlässt ein schwarzes, bröseliges Kügelchen. Der dünne Polymerfilm reicht nicht aus, um sie wie eine Synthetikfaser schmelzen zu lassen.
Proben zu HauseBrennprobe: langsame Flamme, erlischt von selbst, Geruch nach verbranntem Haar · Waschprobe: Bei Bewegung und Wärme verfilzt sie nicht, Rohwolle dagegen schon · Dehnprobe im nassen Zustand: Sie gibt nach und längt sich, ein Zeichen für das typische Nachgeben von Superwash
Verwechselbar mitUnbehandelte Merinowolle: trocken derselbe Griff, aber Rohwolle verfilzt und diese nicht · Waschbare Mischungen aus Wolle und Polyacryl: Polyacryl schmilzt aber in der Flamme zu einer harten Perle und fühlt sich kalt an
Nur im LaborVorhandensein und Art der Oberflächenbehandlung (Hercosett-Harz, geglättete Schuppen) zu bestätigen, erfordert Mikroskopie und Laboranalysen; mit bloßem Auge erkennt man sie nur an indirekten Hinweisen.

Physikalische Daten

EigenschaftWertQuelle
elastische ErholungMittelForschung
AusleiernHoch (wächst beim Waschen)Forschung
FlaumNiedrigForschung
FilzneigungKeineForschung
Feinheit (µm)17–24Forschung
Feuchtigkeitsaufnahme (%)16,0Forschung
typisches Einlaufen (%)0–3Schätzung
Stapellänge (mm)60–100Forschung

gemessen = eine Messung mit Beleg · iso = eine Norm · Forschung = eine geprüfte Quelle · Schätzung = nur Plausibilität

Geeignet für

waschbare Socken · Kinderkleidung · Alltagsstrick · kräftige Farben und Handfärbungen · alle, die einfache Pflege wollen

Weniger geeignet für

sehr lange oder schwere Kleidungsstücke (sie längen sich) · Rippen, die auf Dauer kompakt bleiben sollen · maximale Wärme bei gleichem Gewicht im Vergleich zu Rohwolle

Zertifizierungen

WoolmarkRWSOEKO-TEXGOTS