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Fasern · Synthesefasern

Polyester

Die meistverbreitete Synthetikfaser der Welt: praktisch, robust und farbbeständig, hält die Form und trocknet schnell. In der Strickerei zeigt sie ihre Stärken in Mischungen, wo sie Naturfasern Festigkeit und Leichtigkeit leiht.

Aus dem Italienischen übersetzt. Noch nicht von einer Strickerin oder einem Stricker mit deutscher Muttersprache gegengelesen.

polyester ChinaIndienTaiwanSüdkoreaVereinigte Staaten
Erdöl
Erdöl

Geschichte

Sie entsteht Ende der Dreißigerjahre in den englischen Laboren der Calico Printers' Association und wird 1941 von Whinfield und Dickson patentiert; die erste große Handelsmarke ist Terylene, in den Vereinigten Staaten gefolgt von Dacron. Von der Nachkriegszeit an erobert sie Bekleidung und Einrichtung dank niedriger Kosten und leichter Pflege, bis sie zur meistproduzierten Textilfaser des Planeten wird. Heute stammt ein wachsender Anteil aus dem Recycling von PET-Flaschen, erkennbar am Kürzel rPET.

Wie das Garn entsteht

Sie wird durch chemische Synthese hergestellt: Das geschmolzene PET-Polymer wird durch eine Spinndüse gepresst und zu einem Endlosfilament verstreckt (Schmelzspinnen). Der Faden kann glatt und glänzend bleiben oder unter Hitze texturiert werden, um ihm Volumen, Elastizität und einen weicheren Griff zu geben; alternativ wird das Filament zu Stapelfasern geschnitten und wie eine Naturfaser versponnen, um deren Griff nachzuahmen und das Mischen zu erleichtern.

Warum sie geschätzt wird

Edel im eigentlichen Sinn ist sie nicht, aber wertvoll durch praktische Eigenschaften: Sie ist fest, leicht, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und beständig gegen Licht und Wäsche. In einem Mischgarn bringt sie Haltbarkeit und Formstabilität, ohne zu beschweren, und hält die Farben lebendig, wo Naturfasern eher verblassen.

Färben

Sie wird fast nur mit Dispersionsfarbstoffen bei hoher Temperatur gefärbt, im Autoklav bei etwa 130 Grad, weil die Faser kompakt ist und wenig aufnimmt. Einmal fixiert, gehört die Farbe aber zu den echtesten überhaupt: Sie widersteht Sonne, Wäsche und Reibung mit großer Beständigkeit.

Pflege

Sie gehört zu den pflegeleichtesten Fasern: maschinenwaschbar bei mäßiger Temperatur, trocknet schnell und knittert kaum. Sie wird bei niedrigen Temperaturen und fern von direkter Hitze gewaschen, denn sie schmilzt; durch Reibung können sich einige Knötchen bilden, die sich aber meist leicht lösen.

Lebensende

Sie ist nicht biologisch abbaubar und zerfällt in der Umwelt zu Mikroplastik, das vor allem beim Waschen freigesetzt wird. Sie gehört aber zu den am besten recycelbaren Synthetikfasern: Aus PET-Abfällen wird neue Faser gewonnen, und reines Polyester lässt sich mechanisch regenerieren oder depolymerisieren, um wieder zum Rohstoff zu werden.

Woran man sie erkennt

GriffGlatt und etwas rutschig, lauwarm oder fast neutral beim Anfassen, oft etwas trockener und "plastikartiger" als Naturfasern. Texturiertes Garn ist weicher und voluminöser als glattes.
AussehenEher glänzend und gleichmäßig, mit vollen, beständigen Farben. Es bildet weder Halo noch natürliche Kräuselung: Das Aussehen ist einheitlich und ohne die Unregelmäßigkeiten natürlicher Stapelfasern.
VerhaltenSehr widerstandsfähig und stabil: Sie knittert kaum, glättet sich von selbst und gibt unter dem eigenen Gewicht nicht nach. Sie hält wenig Feuchtigkeit auf der Haut und trocknet schnell.
BrennprobeSynthetik-Signatur: Sie zieht sich von der Flamme zurück, schmilzt und tropft, brennt mit schwarzem Rauch und süßlich-chemischem Geruch und hinterlässt ein hartes, glänzendes Perlchen.
Proben zu HauseBrennprobe: schmilzt und tropft zu einem harten Perlchen, hinterlässt keine bröselige Asche · Tastprobe: kühl oder neutral und rutschig, ohne die Wärme von Wolle · Wasserprobe: quillt nicht auf und trocknet viel schneller als Naturfasern
Verwechselbar mitNylon, ebenfalls eine schmelzende Synthetik: Geruch und Schmelztemperatur unterscheiden sich, aber mit dem Auge sind sie schwer auseinanderzuhalten · Polyacryl, eine andere Synthetik: brennt lebhafter und mit anderem Rückstand
Nur im LaborPolyester sicher von anderen Synthetikfasern zu unterscheiden und seinen Anteil in einer Mischung zu bestimmen, erfordert eine Laboranalyse (FTIR-Spektroskopie, Trennung nach ISO 1833).

Physikalische Daten

EigenschaftWertQuelle
elastische ErholungNiedrigForschung
AusleiernNiedrigForschung
FlaumKeineForschung
FilzneigungKeineForschung
Feinheit (µm)—Forschung
Feuchtigkeitsaufnahme (%)0,4Forschung
typisches Einlaufen (%)0–3Schätzung
Stapellänge (mm)—Forschung

gemessen = eine Messung mit Beleg · iso = eine Norm · Forschung = eine geprüfte Quelle · Schätzung = nur Plausibilität

Geeignet für

Stücke, die ihre Form halten müssen · Mischungen mit Naturfasern · Sport- und Funktionsbekleidung · Stücke, die oft gewaschen werden · leuchtende, beständige Farben

Weniger geeignet für

pur auf der Haut (wenig atmungsaktiv) · größte Weichheit und natürliche Wärme · Stücke, bei denen biologische Abbaubarkeit zählt

Zertifizierungen

GRSRCSOEKO-TEX Standard 100bluesign