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Fasern · Synthesefasern

PLA (Polymilchsäure / Biokunststoff)

Der Kunststoff, der aus Pflanzen entsteht: ein Polyester, gewonnen aus dem Zucker von Mais, Zuckerrohr oder Zuckerrüben statt aus Erdöl. Glänzend, leicht und stabil, aber wenig elastisch und hitzeempfindlich, verlangt es eine sichere Hand beim Waschen und Bügeln.

Aus dem Italienischen übersetzt. Noch nicht von einer Strickerin oder einem Stricker mit deutscher Muttersprache gegengelesen.

polylactide Vereinigte StaatenThailandEuropa
Mais
Mais

Geschichte

Es entsteht als pflanzliche Alternative zu fossilen Polyestern: Statt Rohöl ist der Rohstoff der Zucker aus Feldfrüchten, zu Milchsäure vergoren und dann polymerisiert. Die Produktion im industriellen Maßstab beginnt Anfang der 2000er-Jahre und bleibt auf wenige große Chemiestandorte in den Vereinigten Staaten, in Thailand und in Europa konzentriert. In die Strickerei kommt es vor allem als Bestandteil von Mischungen, wo es Glanz und ökologische Argumente einbringt, ohne die Umweltlast herkömmlicher Synthetik.

Wie das Garn entsteht

Pflanzlicher Zucker wird zu Milchsäure vergoren, die zu einem geschmolzenen Polymer kondensiert; dieses wird durch Spinndüsen zu Endlosfilamenten extrudiert und dann verstreckt, um die Moleküle auszurichten und ihm Festigkeit zu geben. Der Faden kann glänzend und kompakt als Filament bleiben oder zu Stapelfasern geschnitten und mit anderen Fasern versponnen werden, für einen wärmeren, matteren Griff. Es gibt weder Schur noch Kämmen: Alles hängt von Extrusion und Verstreckung ab.

Warum sie geschätzt wird

Es ist der einfachste Weg, einem Gestrick Glanz und Kühle zu geben, ohne auf Erdöl zurückzugreifen: erneuerbarer Ursprung, gute Festigkeit und ein glatter, trockener Griff. In Mischungen macht es das Kleidungsstück leichter, bringt Glanz und stabilisiert die Form und bleibt dabei eine nachhaltigere Wahl als klassisches Polyester.

Färben

Es wird wie andere Polyester mit Dispersionsfarbstoffen gefärbt, aber bei niedrigeren Temperaturen, weil Hitze es erweicht: Das schränkt die Palette tiefer, dunkler Töne etwas ein und verlangt kontrollierte Färbebäder. Gut geführt ist das Ergebnis sauber und leuchtend, mit guter Lichtechtheit.

Pflege

Es will behutsam behandelt werden: Wäsche in kaltem oder lauwarmem, nie kochendem Wasser, und sanft schleudern. Es verträgt keine Hitze, Trockner und heißes Bügeleisen sind also zu meiden oder nur auf kleinster Stufe mit Zwischentuch zu verwenden. Dafür verfilzt es nicht, bildet keinen Halo und neigt wenig zu Pilling, sodass das Kleidungsstück auf Dauer klar und definiert bleibt.

Lebensende

Es ist in industriellen Anlagen kompostierbar, wo kontrollierte Wärme und Feuchtigkeit es zu Milchsäure und dann zu Wasser und Kohlendioxid abbauen; im Heimkompost oder auf der Deponie bleibt es dagegen lange stabil. Bei Mischgeweben ist die Trennung von anderen Fasern schwierig, sodass sich der Umweltvorteil nur bei reinen Einzelfasern und im richtigen Kompostierungsweg voll entfaltet.

Woran man sie erkennt

GriffGlatt, trocken und leicht kühl beim Anfassen, mit seidigem Gleiten. Es fehlt die warme Elastizität der Tierfasern: Das Gestrick reagiert steifer und weniger federnd.
AussehenGlänzend und gleichmäßig, ohne natürliche Kräuselung: Die Oberfläche ist regelmäßig und reflektiert das Licht wie ein feines Polyester, aber mit einem etwas zurückhaltenderen, gläsernen Ton.
VerhaltenEs fällt fließend und kühl, findet nach dem Dehnen nur mäßig in Form zurück und neigt dazu, unter Wärme Knicke zu zeichnen. Es ist atmungsaktiver als klassisches Polyester und trocknet schnell.
BrennprobeSynthetik-Signatur, aber eigen: Es schmilzt und zieht sich von der Flamme zurück, brennt tropfend mit süßlichem, fast karamellartigem Geruch, anders als der chemische Geruch von Polyester, und hinterlässt einen harten, hellen Rückstand.
Proben zu HauseBrennprobe: schmilzt und tropft, süßer, karamellartiger Geruch, harter Rückstand · Wärmeprobe: Ein lauwarmes Bügeleisen erweicht es und lässt es sofort glänzen, ein Zeichen seiner Hitzeempfindlichkeit · Elastizitätsprobe: ziehen und loslassen; es findet nur teilweise in Form zurück, ohne zu federn
Verwechselbar mitPolyester, im Aussehen fast identisch: PLA schmilzt aber bei niedrigerer Temperatur und brennt mit süßem, nicht chemischem Geruch · Glänzende Viskose, ähnlich im Glanz: Viskose brennt in der Flamme aber wie Papier, ohne zu schmelzen
Nur im LaborPLA sicher von anderen Polyestern zu unterscheiden und seinen pflanzlichen Ursprung zu bestätigen, erfordert eine Laboranalyse, durch spektroskopische Identifizierung des Polymers (FTIR) oder Bestimmung des biobasierten Kohlenstoffs.

Physikalische Daten

EigenschaftWertQuelle
elastische ErholungNiedrigForschung
AusleiernMittelForschung
FlaumKeineForschung
FilzneigungKeineForschung
Feinheit (µm)—Forschung
Feuchtigkeitsaufnahme (%)0,5Forschung
typisches Einlaufen (%)0–10Schätzung
Stapellänge (mm)—Forschung

gemessen = eine Messung mit Beleg · iso = eine Norm · Forschung = eine geprüfte Quelle · Schätzung = nur Plausibilität

Geeignet für

glänzende, leichte Stücke · Mischungen, die Glanz brauchen · atmungsaktive Sommerstrickwaren · kühle, trockene Griffeffekte

Weniger geeignet für

Rippen und Bündchen, die zurückfedern sollen · Stücke, die heiß gebügelt werden · schwere, strukturierte Strickwaren, die ihre Form halten müssen

Zertifizierungen

OK compost INDUSTRIALUSDA BioPreferredTUV OK biobased