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Fasern · Chemiefasern

Modal (aus Buchenholz)

Die edle Version der Viskose: sehr weich, fließend und mit schönem, dezentem Schimmer, angenehm kühl auf der Haut. Sie hat wenig elastisches Gedächtnis und gibt gern nach, was ihr einen weich fallenden Fall verleiht, ideal für T-Shirts und leichte Kleidungsstücke.

Aus dem Italienischen übersetzt. Noch nicht von einer Strickerin oder einem Stricker mit deutscher Muttersprache gegengelesen.

modal Fagus sylvatica (Rotbuche) ÖsterreichMitteleuropa (Buchenwälder)Tschechien
Buche
Buche

Geschichte

Sie entsteht als Weiterentwicklung der Viskose, der ersten industriellen Zellulosefaser vom Ende des 19. Jahrhunderts, aber mit einem verbesserten Spinnverfahren, das Festigkeit und Stabilität erhöht. Maßgeblich ist heute die österreichische Lenzing, die Modal seit den Sechzigerjahren zu einer Qualitätsmarke gemacht hat, gespeist aus Buchenholz nachhaltig bewirtschafteter europäischer Wälder. Sie ist die Regeneratzellulose, die den Griff von Seide zu einem erschwinglichen Preis gebracht hat.

Wie das Garn entsteht

Ausgangspunkt ist Buchenholzzellstoff, zu reiner Zellulose aufbereitet und in einer alkalischen Lösung gelöst. Die Masse wird durch eine Spinndüse in ein Säurebad extrudiert, das die Zellulose zu Endlosfilamenten regeneriert; diese werden anschließend verstreckt, um die Moleküle auszurichten und Festigkeit zu geben, und schließlich zu Stapelfasern der gewünschten Länge geschnitten, bereit zum Spinnen. Sie ist weder Naturfaser noch Kunststoff: Es ist natürliche Zellulose, vom Menschen neu in Form gebracht.

Warum sie geschätzt wird

Sie vereint zwei Eigenschaften, die schwer zusammen zu haben sind: eine fließende, fast seidige Weichheit und eine trockene Kühle auf der Haut, weil sie Feuchtigkeit besser aufnimmt als Baumwolle und schnell wieder abgibt. Die glatte Oberfläche verleiht ihr einen zarten Schimmer und eine tiefe Farbe, während das geringe elastische Gedächtnis sie weich und natürlich fallen lässt. Außerdem ist sie fester und waschbeständiger als gewöhnliche Viskose.

Färben

Hervorragend. Wie alle Zellulosefasern nimmt sie Reaktiv- und Direktfarbstoffe sehr gut an, mit vollen, leuchtenden Tönen und tiefem Schwarz dank der glatten, lichtreflektierenden Oberfläche. Die Waschechtheit ist gut, und die Farbe bleibt lange lebendig.

Pflege

Sie verfilzt nicht und bildet kaum Pilling, ist also anspruchslos, aber nass verliert die Zellulosefaser vorübergehend an Festigkeit: Sie will behutsam behandelt, in kaltem Wasser mit neutralem Waschmittel gewaschen und liegend getrocknet werden, damit sie unter dem eigenen Gewicht nicht nachgibt. Heftiges Schleudern und heißer Trockner sind besser zu vermeiden.

Lebensende

Als reine Zellulose ist sie biologisch abbaubar und kompostierbar, sofern sie nicht mit synthetischen Fasern gemischt ist. Das Buchenholz, aus dem sie gewonnen wird, stammt in der Regel aus zertifizierten, schnell nachwachsenden Wäldern, und die modernsten Verfahren gewinnen einen Großteil der Chemikalien im geschlossenen Kreislauf zurück.

Woran man sie erkennt

GriffSehr weich, glatt und fließend, kühl und trocken beim Anfassen: Sie gleitet ohne Reibung durch die Finger und hält die Wärme nicht wie Wolle.
AussehenZarter, gleichmäßiger Schimmer, kompakte Oberfläche ohne Kräuselung und ohne Halo; die Farbe wirkt tief, und das Gestrick fällt gerade und körpernah.
VerhaltenSie fällt weich und schwer, dehnt sich unter dem eigenen Gewicht und findet kaum in Form zurück; sie knittert weniger als Leinen und Baumwolle und wärmt wenig.
BrennprobeZellulose-Signatur: Sie brennt schnell mit offener Flamme, riecht nach verbranntem Papier oder Holz, schmilzt nicht und hinterlässt eine feine, bröselige graue Asche.
Proben zu HauseBrennprobe: schnelle Flamme, Geruch nach verbranntem Papier, bröselige Asche (kein geschmolzenes Kügelchen) · Nasser Zugtest: Feucht wird die Faser schwächer und gibt nach, also vorsichtig behandeln · Schimmerprobe: glatte Oberfläche und weicher Glanz, ohne sichtbare Kräuselung
Verwechselbar mitViskose: von Hand und beim Brennen praktisch identisch, aber Modal ist nass fester und stabiler · Lyocell (Tencel): dieselbe Zellulosefamilie, nur im Labor zu unterscheiden · Merzerisierte Baumwolle: ähnlicher Schimmer, aber Baumwolle ist weniger fließend und fühlt sich trockener an
Nur im LaborModal, Viskose und Lyocell, allesamt Regeneratzellulosen, sicher zu trennen, erfordert eine Laboranalyse (Mikroskopie und chemische Prüfungen nach ISO 1833); von Hand und beim Brennen sind sie gleichwertig.

Physikalische Daten

EigenschaftWertQuelle
elastische ErholungNiedrigForschung
AusleiernHoch (weicher Fall)Forschung
FlaumKeineForschung
FilzneigungKeineForschung
Feinheit (µm)—Forschung
Feuchtigkeitsaufnahme (%)12,5Forschung
typisches Einlaufen (%)1–5Schätzung
Stapellänge (mm)38–40Forschung

gemessen = eine Messung mit Beleg · iso = eine Norm · Forschung = eine geprüfte Quelle · Schätzung = nur Plausibilität

Geeignet für

T-Shirts und leichte, fallende Stücke · fließende Strickwaren mit schönem Fall · Unterwäsche und hautnahe Stücke · Mischungen mit Baumwolle oder Wolle für mehr Weichheit und Schimmer

Weniger geeignet für

Rippen und Bündchen, die in Form zurückfinden müssen · strukturierte Stücke, die sich selbst tragen müssen · schwere Pullover, die nachgeben und sich dehnen

Zertifizierungen

OEKO-TEXFSCPEFCEU Ecolabel