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Fasern · Synthesefasern

Lurex / Metallicgarn

Der Faden, der Licht ins Gestrick bringt: ein metallisiertes Bändchen, das bei jeder Bewegung glitzert. Es ist steif und etwas scharfkantig, deshalb verwendet man es nicht allein, sondern in kleiner Dosis, zusammen mit einem weichen Garn, das ihm Körper gibt.

Aus dem Italienischen übersetzt. Noch nicht von einer Strickerin oder einem Stricker mit deutscher Muttersprache gegengelesen.

metallic Vereinigte Staaten (historische Marke)EuropaFerner Osten
Aluminium
Aluminium

Geschichte

Metallfäden sind uralt: Jahrhundertelang wurde mit echten Gold- und Silberfäden gestickt, die teuer und schwer waren. Die moderne Version entsteht Mitte des 20. Jahrhunderts, als man lernt, eine hauchdünne Polyesterfolie zu metallisieren: leicht, biegsam, preiswert und glänzend wie echtes Metall. Der Name, unter dem alle sie kennen, stammt von einer Handelsmarke, die längst zum Synonym für das Produkt geworden ist, und sie ist die funkelnde Handschrift von Abend- und Festtagsstrick.

Wie das Garn entsteht

Es wird weder gesponnen noch geschoren: Man extrudiert eine Polyesterfolie und beschichtet sie mit einer metallisierten Schicht, oft Aluminium, sowie mit einer Pigmentierung, die die Farbe gibt (Gold, Silber, Kupfer oder irisierende Töne). Die Folie wird dann in sehr feine Bändchen geschnitten und in der Regel um eine Seele aus geschmeidigerem Garn gewickelt oder mit ihr verzwirnt, damit sie sich verarbeiten lässt, ohne zu reißen.

Warum sie geschätzt wird

Sein Wert ist rein ästhetisch: Keine andere Faser bringt so viel metallischen Glanz bei so wenig Gewicht. Es genügt, auf je hundert Gramm Hauptgarn einen Faden parallel mitzuführen, um einen ganzen Pullover mit Lichtreflexen zu beleben, ohne ihn steif zu machen. Es ist der dekorative Akzent schlechthin, der aus einer einfachen Arbeit ein Stück für besondere Anlässe macht.

Färben

Es wird nicht bei der Verarbeitung gefärbt: Die Farbe steckt bereits in der Folie, gegeben durch die Metallisierung und die Pigmente, die bei der Herstellung aufgetragen werden. Daher umfasst die Palette metallische Reflexe (warmes Gold, kühles Silber, Bronze, Gunmetal) und irisierende Oberflächen, die über die Zeit sehr beständig sind, weil sie keine Oberflächenfärbung sind, sondern Teil des Fadens.

Pflege

Äußerste Behutsamkeit. Handwäsche in kaltem Wasser, ohne Auswringen und ohne Verdrehen, denn die Folie knickt und verliert ihren Glanz. Kein Trockner und nie das heiße Bügeleisen direkt: Hitze verformt es und macht es stumpf. Es verfilzt nicht und bildet selbst kein Pilling, aber die scharfen Kanten der Bändchen können auf Dauer die weicheren Fasern daneben aufrauen.

Lebensende

Es ist ein Verbundmaterial aus Kunststofffolie und Metallschicht und weder biologisch abbaubar noch leicht zu recyceln: Der metallisierte Anteil verunreinigt den Recyclingstrom von Polyester. Der vernünftigste Weg ist ein langes Leben und die Weiterverwendung des Kleidungsstücks; für sich allein landet es leider fast immer auf der Deponie.

Woran man sie erkennt

GriffKalt, glatt und rutschig, mit einer trockenen Steifigkeit, die nicht nachgibt: Man spürt das flache Bändchen, und fährt man mit dem Finger gegen die Richtung, kann es sich leicht scharfkantig anfühlen.
AussehenUnverwechselbar: eine metallische, spiegelnde Oberfläche, die das Licht wie ein Spiegel zurückwirft, ohne jeden Halo und ohne Kräuselung. Der Faden wirkt flach und hochglänzend, nicht haarig.
VerhaltenEs hat keine elastische Rückstellung: Dehnt man es, bleibt es gedehnt und federt nicht zurück. Es behält Knicke, wärmt nicht und ergibt allein verstrickt ein steifes Gestrick ohne Gedächtnis.
BrennprobeSynthetik-Signatur mit metallischem Rückstand: Die Polyesterfolie schmilzt und zieht sich mit süßlich-chemischem Geruch von der Flamme zurück, aber die Metallschicht brennt nicht und hinterlässt eine graue, steife Spur statt einer bröseligen Asche.
Proben zu HauseBrennprobe: Der Kunststoffanteil schmilzt und zieht sich zurück, übrig bleibt ein metallisches Fädchen, das nicht brennt · Elastizitätsprobe: ziehen und loslassen; der Faden geht nicht zurück und bleibt verformt · Tastprobe: flaches Bändchen, kalt und rutschig, mit einer Kante, die fast schneidet
Verwechselbar mitGarne mit aufgebrachten Pailletten oder Plättchen: Dort glitzert es aber in einzelnen Punkten, hier ist es ein durchgehendes Band · Echte Gold- und Silberstickfäden: schwer und warm in der Hand, während modernes Metallicgarn sehr leicht ist
Nur im LaborDie genaue Natur des Trägers (Polyester oder Polyamid) und der Metallschicht festzustellen, erfordert eine Laboranalyse; mit dem Auge erkennt man nur die Familie, nicht die genaue Zusammensetzung.

Physikalische Daten

EigenschaftWertQuelle
elastische ErholungKeineForschung
AusleiernNiedrig (steif/scharfkantig)Forschung
FlaumKeineForschung
GlanzGlänzendForschung
metallischSìForschung
FilzneigungKeineForschung
Feinheit (µm)—Forschung
Feuchtigkeitsaufnahme (%)0,4Forschung
typisches Einlaufen (%)0–2Schätzung
Stapellänge (mm)—Forschung

gemessen = eine Messung mit Beleg · iso = eine Norm · Forschung = eine geprüfte Quelle · Schätzung = nur Plausibilität

Geeignet für

glänzende Details und Akzente · parallel zu einem weichen Garn mitgeführt · Abend- und Festtagsstücke · glitzernde Streifen und Einsätze · dekorative Kanten und Abschlüsse

Weniger geeignet für

Stücke allein aus diesem Garn · Kleidung direkt auf der nackten Haut · Gestricke, die elastisch sein und in Form zurückfinden müssen · Projekte, die oft gewaschen werden

Zertifizierungen

OEKO-TEX